Der Dialog der Kulturen ist ein Begriff, der heutzutage in aller Munde ist. H
offentlich gelangt er auch in die Herzen der Menschen, denn dort beginnt der Dialog erst richtig. Der allzuoft diskutierte akademische Dialog muss durch den viel effektiveren Lebensdialog ersetzt werden. Anstelle zu fragen, wo man denn anpacken soll, gilt es, irgendwo anzufangen. Sei es damit, einem Fremden den Weg zu eklären (oder besser: zu zeigen) oder einen Menschen beim Behördengang zu begleiten. Wir müssen den Dialog Teil unseres alltäglichen Lebens machen. Wir alle, egal ob Deutscher, Türke oder Grieche, brauchen diesen Dialog, um gemeinsam ein gesundes Miteinander zu gestalten. Durch den Dialog schrumpfen Entfernungen und versteht man den Dialog erst richtig, so ist man erst integriert bzw. bereit zu integrieren. Integration kann nur bidirektional stattfinden.
Goethe, der Meister der Worte, schreibt in seinem Divan schon vor fast 200 Jahren folgende Zeilen:
Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen.
Sinnig zwischen beiden Welten
Sich zu wiegen, lass’ ich gelten;
Also zwischen Ost und Westen
sich bewegen sei zum Besten!
(Aus: Johann Wolfgang von Goethe: West-Östlicher Divan. Werke in 14 Bänden. Hamburger Ausgabe. Hg. von Erich Tunz. Bd. 2., München 1998, S. 121.)
In seiner Masnawi schreibt der Dichter der Herzen, Mevlana Celalüd-dîn Rumi, vor mehr als 700 Jahren Folgendes:
Komm, komm,
wer immer du bist
Wanderer, Götzenanbeter,
du, der du den Abschied liebst,
es spielt keine Rolle.
Dies ist keine Karawane der Verzweiflung.
Komm, auch wenn du deinen Schwur
tausendfach gebrochen hast.
Komm, komm, noch einmal, komm!
Die Einladung ist offen und an jeden gerichtet. So groß sollte das Herz eines Menschen sein. Damit er jeden Menschen in sein Herz zu schließen in der Lage ist.
Ein anderer Gelehrter gibt folgendene goldenene Worte über die Toleranz von sich:
Sei so tolerant, dass dein Herz so weit wie der Ozean wird. Lasse dich vom Glauben und von der Liebe zu den Menschen inspirieren. Sorge dafür, dass kein Mensch mit Problemen dir vergeblich seine Hand entgegen streckt. Bleibe niemandem gegenüber gleichgültig.
Man könnte noch viele andere Dichter, Denker und Gelehrte zitieren, aber die hier zitierten Weisheiten müssten ausreichen, um die Wichtigkeit des Dialogs zu zeigen. Und man darf nie vergessen, damit der Mensch, der kurz davor ist, zu ertrinken, gerettet werden kann, muss ihm jemand die Hand reichen. Warum nicht dieser Retter sein?






Güzel bir yazi olmus, devamini bekliriz…
Von: sanalika am Februar 5, 2007
um 11:50
Ich finde diesen Beitrag sehr gut. Ich würde noch einige Sätze ergänzen: Voraussetzung für den Dialog ist die „offene“ Begegnung mit Menschen und vor allem keine „Scheuklappenmentalität“. Nur durch die Begegnung und den Dialog werden die Menschen sehen, dass sie doch sehr ähnliche Ziele, Werte usw. teilen. Kein Mensch – und hier spielt weder die Kultur eine Rolle, noch die Ethnie – möchte, dass die eigenen Kinder sich in „schlechtem Milieu“ aufhalten und sich negativ beeinflussen lassen (Auswirkungen, z.B. Drogen usw.) Wenn wir alle Einsehen, dass wir alle Kinder als „unsere“ Kinder betrachten, dann werden wir schon einen großen SChritt machen und uns für deren (aller) Erziehung kümmern. Des weiteren werden wir mit anderen Menschen bereit sein, unsere Sorgen und Wünsche zu – vielleicht bei einem Tee – zu teilen. Ich möchte nochmals auf die Zitate verweisen in ihrem TExt verweisen: Komm, wer immer du bist…für eine bessere und nachhaltige Zukunft.
Von: Aslan am Februar 6, 2007
um 3:56