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	<title>Was die Welt nicht braucht... &#187; Lesen</title>
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		<title>Was die Welt nicht braucht... &#187; Lesen</title>
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		<title>Paul Auster</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Apr 2007 21:33:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nuhduran</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich habe zwar Anglistik studiert, muss aber zugeben, dass ich mich eher zur Amerikanistik hingezogen fühle. Unter all den englischsprachigen Autoren hat es mir einer am meisten angetan: Paul Auster.
Erst ganz spät im Studium habe ich ihn in einem Seminar zu The Postmodern American Novel &#8222;kennen gelernt&#8220;. Neben Salinger und Ellis war auch er bzw. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nuhduran.wordpress.com&blog=658744&post=28&subd=nuhduran&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p align="left">Ich habe zwar Anglistik studiert, muss aber zugeben, dass ich mich eher zur Am<img src="http://nuhduran.files.wordpress.com/2007/04/paulauster.jpg?w=135&#038;h=200" alt="Paul Auster" align="right" border="1" height="200" hspace="5" vspace="5" width="135" />erikanistik hingezogen fühle. Unter all den englischsprachigen Autoren hat es mir einer am meisten angetan: Paul Auster.</p>
<p align="left">Erst ganz spät im Studium habe ich ihn in einem Seminar zu <em>The Postmodern American Novel</em> &#8222;kennen gelernt&#8220;. Neben Salinger und Ellis war auch er bzw. ein Buch von ihm Bestandteil des Seminars. Der Roman, den wir uns vorgenommen hatten, war sein <em>Book of Illusions</em>. In meinen (und nicht nur meinen) Augen eines der besten Romane überhaupt. Auf jeden Fall lesenswert, das Buch.</p>
<p align="left">Ich hatte mal einen kurzen Essay zu Auster und seinem Roman geschrieben; den werde ich mal heraussuchen und hier veröffentlichen.</p>
<p align="left">Bis dann!</p>
<p align="left">Ps.  Natürlich gibt es  das Buch auf Englisch und auf Deutsch (Einfach auf die Titel klicken):  <a href="http://www.buecher.de/verteiler.asp?Publica_ID=KNO-14141861141447118184&amp;WEA=1160003&amp;zz=7273&amp;artikelnummer=000001299172&amp;site=artikel.asp" title="Einfach klicken!" target="_blank"><img src="http://nuhduran.files.wordpress.com/2007/04/boi_en.jpg?w=75&#038;h=125" align="left" border="1" height="125" hspace="5" vspace="5" width="75" /></a><a href="http://www.buecher.de/verteiler.asp?Publica_ID=KNO-14141861141447118184&amp;WEA=1160003&amp;zz=9481&amp;artikelnummer=000001542912&amp;site=artikel.asp" title="Einfach klicken!" target="_blank"><img src="http://nuhduran.files.wordpress.com/2007/04/bdi_de.jpg?w=83&#038;h=125" align="left" border="1" height="125" hspace="5" vspace="5" width="83" /></a></p>
<img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/categories/nuhduran.wordpress.com/28/" /> <img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/tags/nuhduran.wordpress.com/28/" /> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/nuhduran.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/nuhduran.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/nuhduran.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/nuhduran.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/nuhduran.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/nuhduran.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/nuhduran.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/nuhduran.wordpress.com/28/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/nuhduran.wordpress.com/28/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/nuhduran.wordpress.com/28/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nuhduran.wordpress.com&blog=658744&post=28&subd=nuhduran&ref=&feed=1" /></div>]]></content:encoded>
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		<title>Über das Lesen (Hermann Hesse)</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Feb 2007 22:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nuhduran</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wollte einen Blog über das Lesen schreiben, habe damit auch angefangen. Bin aber beim Stöbern auf folgenden Text von Hermann Hesse gestoßen. Ein sehr schöner Text, in dem Hesse verständlich macht, warum wir lesen sollen. Er ist dabei sehr direkt und meint auch, dass er auf einige Leser verzichten kann, vorausgesetzt es gibt einige [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=nuhduran.wordpress.com&blog=658744&post=6&subd=nuhduran&ref=&feed=1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p>Ich wollte einen Blog über das Lesen schreiben, habe damit auch angefangen. Bin aber<img src="http://nuhduran.files.wordpress.com/2007/02/buecher.jpg?w=157&#038;h=200" alt="Bücher!" align="right" border="1" height="200" hspace="5" vspace="5" width="157" /> beim Stöbern auf folgenden Text von Hermann Hesse gestoßen. Ein sehr schöner Text, in dem Hesse verständlich macht, warum wir lesen sollen. Er ist dabei sehr direkt und meint auch, dass er auf einige Leser verzichten kann, vorausgesetzt es gibt einige wenige, die richtig lesen. Also viel Spaß beim Lesen!!! (Nehmt euch die Zeit!)</p>
<p>Die meisten Menschen verstehen nicht zu lesen, und die meisten wissen nicht  recht, warum sie lesen. Die einen sehen das Lesen als einen größtenteils mühsamen, doch unumgänglichen Weg zur Bildung an, und sie werden  denn auch mit allem Lesen höchstens gebildet. Die anderen halten die Lektüre für ein leichtes Vergnügen, mit dem man die Zeit totschlägt und wobei es im Grunde einerlei ist, was man lese, wenn es  nur nicht langweilt.</p>
<p class="zwei">So liest denn der Herr Müller den Egmont von <span id="more-6"></span>Göthe oder die Memoiren  der Markgräfin von Bayreuth, weil er dadurch gebildeter zu werden und  eine von den vielen Lücken auszufüllen hofft, die er in seinem  Wissen fühlt. Daß er diese Lücken so ängstlich fühlt und  kontrolliert, ist schon ein Symptom dafür, dass er der Bildung von außen  her beizukommen weiß und sie als etwas durch Arbeit zu Erwerbendes ansieht, daß also jede Bildung, er studiere noch so viel, in ihm tot und fruchtlos  bleiben wird.</p>
<p class="zwei">Und Herr Meier liest zum Vergnügen, das heißt aus Langeweile. Er hat  Zeit, er ist Rentner, und er hat sogar weit mehr Zeit, als er aus eigenen  Kräften hinzubringen weiß. Also müssen die Schriftsteller ihm  helfen, seinen langen Tag umzubringen. Er liest Balzac wie er eine gute  Zigarre raucht, und er liest Lenau wie er eine Zeitung liest. Nun sind aber  dieselben Herren Müller und Meier, ebenso wie ihre Frauen, Söhne  und Töchter, in anderen Dingen gar nicht so wahllos und unselbständig.  Sie kaufen und verkaufen keine Staatspapiere ohne gute Gründe, sie haben  erprobt, daß am Abend schweres Essen unzuträglich ist, und sie tun an  körperlicher Arbeit nicht mehr, als ihnen zum Erwerb und zur Erhaltung der  Gesundheit durchaus notwendig scheint. Mancher von ihnen treibt sogar Sport  und hat eine Ahnung von dem Geheimnis dieses merkwürdigen Zeitvertreibs,  bei dem ein kluger Mensch sich nicht nur vergnügen, sondern auch  verjüngen und stark machen kann.</p>
<p class="zwei">Nun, ebenso wie Herr Müller turnt oder rudert, so sollte er auch lesen.  Er sollte von den Stunden, die er auf seine Lektüre verwendet, nicht  weniger Gewinn erwarten als von denen, in denen er sein Geschäft besorgt,  und er sollte sich von keinem Buch imponieren lassen, das ihn nicht um eine erlebte Erkenntnis reicher, um einen Schatten gesünder, um einen Tag  jünger macht. Er sollte sich um die Bildung so wenig kümmern, als  er sich um die Erlangung einer Professur bemüht, und er sollte sich des  Umganges mit Romanräubern und Romanzuhältern ebenso schämen,  wie er sich des Verkehrs mit wirklichen Schuften schämen würde.  Aber so einfach denkt der Leser nicht, sondern er sieht die Welt des Gedruckten  entweder als eine bedingungslos höhere an, wo Gut und Böse nicht  gilt, oder er verachtet sie innerlich als eine unwirkliche, von Spekulanten  erfundene, in die man sich nur aus Langeweile hinein begibt und aus der man  nichts mitnimmt als das Gefühl, ein paar Stunden verhältnismäßig angenehm herumgebracht zu haben. Trotz dieser falschen und geringen  Einschätzung der Literatur liest aber sowohl Herr Müller wie Herr  Meier meistens viel zuviel. Er opfert einer Sache, die ihm im Herzen nichts angeht, mehr Zeit und Aufmerksamkeit als manchem Geschäft. Er ahnt also  dunkel, daß in den Büchern doch etwas verborgen sein müsse, was nicht  wertlos ist. Nur verharrt er den Büchern gegenüber in einer  passiven Unselbständigkeit, die ihn im Geschäft bald ruinieren  würde.</p>
<p class="zwei">Der Leser, der Zeitvertreib und Erholung sucht, und jener, dem es um die  Bildung zu tun ist, vermutet in den Büchern irgendwelche verborgenen Kräfte der Erfrischung und geistigen Hebung, die er jedoch nicht  genauer kennt und abzuschätzen weiß. Darum tut er wie ein unkluger  Kranker, der in einer Apotheke viele gute Mittel verwahrt weiß und sich darum daran macht, die Apotheke Fach für Fach und Glas für Glas  durchzukosten. Und doch wäre, wie in der wirklichen Apotheke, so auch  im Buchladen und in der Bibliothek für jeden das rechte Kraut zu finden  und es könnte jeder, statt sich zu vergiften und zu übeffüllen, Stärkung und Erfrischung dort holen.</p>
<p class="zwei">Es ist für uns Autoren angenehm, dass so viel gelesen wird, und es ist vielleicht unklug, wenn ein Autor findet, es werde viel zuviel gelesen. Aber auf die Dauer macht eben doch ein Beruf wenig  Freude, den man überall mißsverstanden und mißbraucht sieht, und zehn  gute, dankbare Leser sind, trotz der kleineren Tantiemen, besser und  eifreulicher als tausend gleichgültige. Darum wage ich es und behaupte,  es wird allerwärts zu viel gelesen, und es geschieht mit diesem  Viellesen der Literatur gar keine Ehre, sondern ein Unrecht. Die Bücher  sind nicht dazu da, unselbständige Menschen noch unselbständiger  zu machen, und sie sind noch weniger dazu da, lebensunfähigen Menschen  ein wohlfeiles Trug- und Ersatzleben zu liefern. Im Gegenteil, Bücher  haben nur einen Wert, wenn sie zum Leben führen und dem Leben dienen  und nützen, und jede Lesestunde ist vergeudet, aus der nicht ein Funke  von Kraft, eine Ahnung von Verjüngung, ein Hauch von neuer Frische sich  für den Leser ergibt.</p>
<p class="zwei">Rein äußerlich ist das Lesen ein Anlaß, eine Nötigung  zur Konzentration, und es ist nichts falscher, als zu lesen um sich zu  &#8222;zerstreuen&#8220;. Wer nicht gemütskrank ist, der soll sich durchaus nicht  zerstreün, sondern er soll sich konzentrieren, er soll überall  und immer, wo er sei und was er tue oder denke oder empfinde, mit allen  Kräften seines Wesens dabei sein. So soll man denn auch beim Lesen  vor allem empfinden, daß jedes anständige Buch eine Konzentration  darstellt, ein Zusammenziehen und intensives Vereinfachen verwickelter Dinge.  Jedes kleinste Gedicht schon ist so ein Vereinfachen und Konzentrieren  menschlicher Empfindungen, und wenn ich beim Lesen nicht den Willen habe,  selber mit Aufmerksamkeit mitzutun und mitzürleben, so bin ich ein  schlechter Leser. Das Unrecht, das ich damit einem Gedicht oder Roman  antue mag mich nicht berühren. Ich tue durch schlechtes Lesen aber  vor allem mir selbst unrecht. Ich bringe Zeit mit etwas Wertlosem hin, ich  verwende Sehkraft und Aufmerksamkeit auf Dinge, die mir gar nicht wichtig  sind und die ich rasch wieder zu vergessen schon im voraus gesonnen bin, ich ermüde mein Gehirn mit Eindrücken, die mir nichts nützen  und die ich gar nicht verdauen mag.</p>
<p class="zwei">Man sagt oft, an diesem schlechten Lesen seien die Zeitungen schuld. Ich halte  das für ganz falsch. Man kann täglich eine Zeitung oder mehrere  lesen und dabei konzentriert und freudig tätig sein, man kann sogar dabei  im Auswählen und raschen Kombinieren der Neuigkeiten eine ganz gesunde  und wertvolle Übung begehen. Während man recht wohl die  &#8222;Wahlverwandtschaften&#8220;, sei es als Bildungsmeier oder als Vergnügungsleser,  auf eine Weise lesen kann, die völlig wertlos ist. Das Leben ist kurz,  und es wird im Jenseits keiner nach der Zahl der Bücher gefragt, die er  bewältigt hat. Darum ist es unklug und schädlich, mit wertloser  Lektüre Zeit hinzubringen. Ich denke dabei noch gar nicht an schlechte  Bücher, sondern vor allem an die Qualität des Lesens selbst. Man  soll vom Lesen, wie von jedem Schritt und Atemzug im Leben, etwas erwarten,  man soll Kraft hingeben, um reichere Kraft dafür zu ernten, man soll  sich verlieren, um sich bewußter wiederzufinden. Es hat keinen Wert,  die Literaturgeschichte zu kennen, wenn nicht aus jedem von den gelesenen  Bänden uns Freude oder Trost oder Kraft oder Seelenruhe geworden ist.  Gedankenloses, zerstreutes Lesen ist geradeso wie Spazierengehen in  schöner Landschaft mit verbundenen Augen. Wir sollen auch nicht lesen,  um uns und unser tägliches Leben zu vergessen, sondern im Gegenteil,  um desto bewußter und reifer unser eigenes Leben wieder in feste  Hände zu nehmen. Wir sollen zu Büchern kommen nicht wie  ängstliche Schüler zu kalten Lehrern und auch nicht wie Nichtsnutze  zur Schnapsflasche, sondern wie Bergsteiger zu den Alpen und wie Kämpfer  ins Arsenal, nicht als Flüchtige und zum Leben Unwillige, sondern als  Gutgewillte zu Freunden und Helfern.</p>
<p class="zwei">Wenn es so wäre und geschähe,  so würde kaum mehr der zehnte Teil von dem gelesen, was jetzt gelesen  wird, und wir alle wären zehnmal froher und reicher. Und wenn es dazu  führte, daß unsere Bücher nimmer gekauft werden, und wenn  das wieder dazu führe, daß wir Autoren zehnmal weniger schrieben, so wäre dies für die Welt durchaus kein Schaden. Denn freilich,  es steht um das Schreiben nicht besser als um das Lesen.  (1911)</p>
<hr class="u1" />
<p class="eins"> [Hermann Hesse: Welt der Bücher. Frankfurt/M: Suhrkamp, 1977]</p>
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